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Ein Hund in der Großstadt – ist das überhaupt eine gute Idee?

Drängelnde Menschen, stinkende Autos und Hektik soweit das Auge reicht – Tiere sind nicht das erste, was einem einfällt, wenn man an eine Großstadt denkt. Zurecht fragen sich Tierliebhaber, ob sie einem Hund das Leben in der Stadt zumuten können. Ich selbst hätte mir vermutlich in der Stadt auch keinen Hund angeschafft, wenn nicht eine Ausnahmesituation dazu geführt hätte. Doch als Sirka dann bei mir eingezogen ist, habe ich schnell gemerkt: Einen Hund in der Stadt zu halten ist möglich, allerdings nicht immer ganz einfach. Am Ende kommt es darauf an, ob du bereit dazu bist, dein Leben auf deinen Hund auszurichten.

Ein Hund auf 40 Quadratmetern?

Zuerst möchte ich auf eine Annahme eingehen, die mir gegenüber oft geäußert wurde: „Hunden geht es in einer kleinen Wohnung nicht gut, sie benötigen einen Garten und viel Auslauf.“ Dem Teil mit dem Auslauf kann ich nur zustimmen – dem steht aber auch das Leben in der Stadt nicht entgegen. Die Größe der Wohnung ist hingegen wirklich zweitrangig. Die Wohnung ist für den Hund ein Ort der Ruhe – er schläft hier, frisst und erholt sich. Wenn du deinen Hund richtig auslastest, ist es ihm am Ende egal, ob er sein Nickerchen in einer Villa oder doch einer 40qm-Wohnung hält.

Zudem möchte der Hund als soziales Tier in erster Linie bei seiner Familie sein – in diesem Fall also bei dir. Wenn du deinen Hund an die Großstadt gewöhnst und er dich nahezu überall hinbegleitet, so passt dies besser zum Leben eines Hundes, als wenn er den halben Tag allein in einem Garten verbringt.

Auf die Auslastung kommt es an

Damit die Wohnung aber für deinen Hund ausreicht, ist es wichtig, dass du ihm außerhalb deiner vier Wände auch ein hundegerechtes Leben bietest. Das heißt, dass lange Spaziergänge im Grünen an der Tagesordnung stehen – auch an stressigen Arbeitstagen und auch bei schlechtem Wetter. Und das Wochenende bietet sich dafür an, regelmäßig Tagestouren mit deinem Vierbeiner zu veranstalten. Hier musst du natürlich selbst schauen, welche Bedürfnisse dein Hund hat und deine Spaziergänge daran anpassen.

Neben der physischen Auslastung ist auch die geistige Beschäftigung nicht außer Acht zu lassen. Hier bieten sich zum Beispiel Schnüffelspiele, Agility oder Trainingseinheiten in der Wohnung an.

Der Hund ist Teil deines Alltags

Nachdem sicher war, dass Sirka nicht nur vorrübergehend bei mir leben wird, sondern auch bei mir bleibt, war mir klar, dass ich auch mein berufliches Leben komplett auf sie einstellen muss: Ich würde also keinen Job annehmen, bei dem ich sie nicht mitnehmen kann. Ebenso habe ich mich dazu entscheiden, nur 30 Stunden in der Woche zu arbeiten, damit ich die großen Spaziergänge nach der Arbeit auch noch genießen kann und es sich nicht nur wie eine Verpflichtung anfühlt.

Gleichzeitig nehme ich sie auch in meiner Freizeit mit, wann immer ich kann. Natürlich bin ich alle paar Wochenenden auch ein paar Stunden ohne sie weg, aber in der Regel begleitet sie mich überall hin. Und wenn sie nicht mit kann, lasse ich auch gerne mal eine Veranstaltung oder ein Treffen ausfallen.

Hier muss jeder Hundebesitzer selbst überlegen, wie er sein Leben auf seinen Hund einstellt. Kontaktfreudige Hunde kann man zum Beispiel auch für die Arbeitszeit bei einem Hundesitter abgeben oder vielleicht hast du ja Eltern oder Freunde, die von Zuhause aus arbeiten und sich darüber freuen, wenn dein Hund den halben Tag bei Ihnen verbringt. Wichtig ist hierbei aber, dass du eine gewisse Regelmäßigkeit in das Leben deines Hundes bringst und das du darauf achtest, dass sich dein Hund mit der Situation wohlfühlt.

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Fazit

Ich halte es durchaus für möglich, einen Hund auch in der großen Stadt ein naturnahes Leben zu ermöglichen. Dies geht allerdings mit viel Arbeit und Umstellungen deinerseits einher. Wenn du dich aber eh am liebsten in der Natur aufhältst und dazu bereit bist, dein Leben für deinen Hund auch etwas zu verändern, so kannst du einem Hund in der Großstadt ein hundefreundliches Leben bieten.

Ich möchte anmerken, dass es sich hierbei natürlich nur um meine eigene Meinung handelt. Ich habe mich zwar mit dem Thema beschäftigt, bin aber weder Tierärztin noch ausgebildete Hundetrainerin oder Verhaltensforscherin.

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