Wie du deinen Hund richtig auslastest
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Wie du deinen Hund auslasten kannst

Hundesport, Tricks oder Spiel unter Hunden – es gibt zahlreiche Möglichkeiten, seinen Hund auszulasten. Dabei darf man aber nicht vergessen: Auch unser Alltag kann für unsere Hunde anstrengend sein und zu viel Auslastung ist auch nicht gesund. Wie du deinen Hund auslasten kannst:

Alltag

Eine Sachen, die viele unterschätzen, ist unser Alltag. Wenn unsere Hunde uns den Tag über begleiten, erleben und verarbeiten sie verdammt viel. Besonders in der Stadt ist der Hund mit vielen verschiedenen Reizen konfrontiert und muss dabei noch „gut funktionieren“ – und das ist anstrengend.

Deshalb reicht es oftmals schon aus, dass dein Hund dich begleitet und einen Teil deines Alltags mit dir teilt. Wenn ich zum Beispiel abends bei Freunden bin – was Sirka liebt – ist sie noch am nächsten Tag müde, sodass ich getrost auf die große Runde verzichten kann.

Auf lange Sicht solltest du deinen Hund natürlich nicht nur über den Alltag in der Stadt auslasten, sondern auch schöne naturnahe Alternativen nutzen. Aber manchmal reicht es eben aus, wenn dein Hund dabei ist und es bedarf keiner zusätzlichen Auslastung.

Training

Ob in der Hundeschule, im Verein oder unterwegs – wenn du mit deinem Hund trainierst, lastest du ihn mental aus. Du kennst das sicher selbst noch aus der Schule oder von einem Hobby – wenn man sich stark konzentriert und nachdenken muss, kann das unheimlich müde machen.

Dabei ist es egal, ob es sich um ein „bei Fuß“, den Rückruf oder einfache Tricks handelt, wenn dein Hund aufmerksam ist und lernt, kostet ihn das viel Energie und er muss sich danach erst mal wieder erholen.

Lange Spaziergänge

Lange Spaziergänge in der Natur gehören zu meinen liebsten Beschäftigungen. Ich könnte jahrelang mit Sirka durch die Wiesen und Wälder dieser Welt streifen und es würde mich nicht langweilen. Gemeinsam in der Natur unterwegs zu sein ist für beide Parteien spannend und entspannend zugleich.

Dabei müsst ihr nicht nur nebeneinander herlaufen – du kannst bei deinem Spaziergang auch verschiedene Übungen und Spiele einbauen und so das Gefühl verstärken, als Team unterwegs zu sein. So kannst du zum Beispiel Leckerlis in der Baumrinde verstecken, zwischendurch kleine Tricks einbauen, körperlich mit deinem Hund spielen, etwas Dummytraining machen oder deinen Hund auf Bäume und Steine springen lassen.

Naturparkour

Was ich immer gerne mit Sirka mache, nenne ich Naturparkour. Hier nutze ich umgefallene Bäume, intakte Bäume, Steine, Mauern und alles, was sich in der Natur so anbietet und lasse Sirka darauf springen, herumklettern, balancieren und auch drunter durch klettern. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

Neben dem Spaß, den ihr gemeinsam habt, schulen solche Übungen auch den Gleichgewichtssinn und die körperlichen Fähigkeiten deines Hundes. Dabei funktioniert Naturparkour aber natürlich auch in der Stadt: Ob Fahrradständer, Rohre, Mauern – wenn du denkst, dein Hund kann darauf klettern oder balancieren, probier es einfach aus.

Bedenke aber, dass Junghunde noch nicht hoch springen sollten, weil ihre Knochen und Gelenke auf diese Art der Belastung noch nicht ausgelegt sind. Auf und unter kleinere Dinge kannst du deinen Hund trotzdem klettern lassen, achte nur darauf, dass er nicht wieder herunterspringt.

Hundesport

Es gibt verschiedene Hundesportarten, bei denen du mit deinem Hund ein Team bildest und ihr gemeinsam eine Aufgabe löst. Von Nasenarbeit beim Mantrailing über Gehorsamkeit bei Obedience bis hin zu körperlicher Aktivität bei Canicross gibt es die verschiedensten Hundesportarten, die jeweils unterschiedliche Fähigkeiten der Hunde einfangen und fordern.

Hundesport wird in der Regel in Vereinen, über Privatpersonen oder in Hundeschulen angeboten. Dabei kann man Hundesport als Hobby betreiben oder auch auf höherem Niveau um an Prüfung teilzunehmen.

Die gängigsten Hundesportarten:

  • Mantrailing
  • Agility
  • Degility
  • Mobility
  • Obedience
  • Begleithundesport
  • Dog Dance
  • Canicross
  • Turnierhundesport

Zu den Hundesportarten schreibe ich bald noch einzelne Artikel und erkläre, was genau dahinter steckt.

Solange Hundesport beiden Parteien Spaß macht, finde ich es eine tolle Möglichkeit, gemeinsam etwas zu erleben und erlernen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Hunde oft sehr viel Freude daran haben, Aufgaben zu bekommen, die über den Alltagsspaziergang hinausgehen. Hier kommt es aber natürlich auf den Hund an – manche Kandidaten sind bestimmt auch froh, wenn man ihnen nicht noch eine zusätzliche Aufgabe zumutet.

Sport mit dem Hund

Wenn du selbst zur sportlichen Fraktion Mensch gehörst, kannst du deinen Hund auch einfach bei deinem Alltagssport mit einbinden – zum Joggen oder Radfahren kannst du deinen Hund gern mitnehmen. Vorausgesetzt natürlich dein Hund ist körperlich dazu geeignet und hat eben so viel Spaß daran wie du.

Canicross ist ein Hundesport, der auch uns Menschen sportlich sehr fordert. Wenn du also gerne Sport mit deinem Hund machst, könntest du Canicross mal ausprobieren.

Tricks

Eine weitere Möglichkeit, wie du deinen Hund auslasten kannst, sind Tricks. Tricks sind Übungen für deinen Hund, die nicht gerade wichtig sind, aber Spaß machen und zu gemeinsamen Erfolgen führen, was vielen Hund-Mensch-Teams unglaublich guttut. Und es gibt wahnsinnig viele Tricks, die du deinem Hund beibringen kannst – unter anderem kannst du dir einfach ein paar Übungen beim Dog Dance abschauen.

Das Schöne an Tricks ist, dass du diese meistens auch in der Wohnung lernen kannst. Das heißt, wenn das Wetter mal wirklich schlecht ist, du vielleicht nicht ganz so fit bist oder einfach mal keine große Runde drehen magst, kannst du deinen Hunde auch Indoor etwas auslasten.

Eine Anleitung für drei einfache Tricks findest du hier.

Spiel unter Hunden

Eine weitere schöne Auslastungsmöglichkeit für Hunde ist das Spielen untereinander. Vorausgesetzt, es handelt sich um ein schönes Spiel zwischen zwei ebenbürtigen Partnern. Denn leider sieht man auf den Wiesen und Hundeplätzen dieser Welt viel zu häufig, dass Spiel und Mobbing verwechselt werden.

Woran du ein schönes Spiel erkennen kannst:

  • der Körper und die Bewegungen beider Hunde sind locker und etwas übertrieben
  • der Kopf zeigt das typische Spielgesicht
  • es findet ein Wechsel statt – es jagt nicht immer nur ein Hund den anderen
  • die Hunde sind ebenbürtig oder nehmen zumindest auf die körperlichen Differenzen Rücksicht
  • es werden Spielaufforderungen wie die Vorderkörpertiefstellung gezeigt

Ich für meinen Teil lasse Spiel nur zwischen zwei Hunden zu, da ich die Erfahrung gemacht habe, dass das Spiel sehr schnell zum Mobbing wird, wenn ein dritter Hund involviert wird. Das ist natürlich nur meine Erfahrung und ein schönes Spiel zwischen mehreren Hunden ist sicher möglich, aber man sollte immer darauf achten, dass nicht einer der Leidtragende ist. Zudem finde ich es oft nachhaltiger, seinen Hund mit regelmäßigen Spielpartnern spielen zu lassen, als auf Fremdhunde zu setzen.

Körperliches Spiel

Ich spiele mit Sirka auch sehr gerne körperlich – wir rangeln dann zum Beispiel etwas miteinander, spielen fangen (sie ist schneller als ich – immer) oder machen ein kleines Beißspiel. Ich finde es auch okay, dass Sirka mich hier leicht beißt. Sie übertreibt dabei nicht, lässt sich immer abbrechen und zeigt das Verhalten auch nicht bei anderen Menschen. Du musst natürlich selbst einschätzen, ob dein Hund sich in einem solchen Fall abbrechen lässt und ob ein solches Spiel für euch geeignet ist.

Spielzeuge in der Wohnen

Es gibt spezielle Intelligenzspielzeuge, die deinen Hund beschäftigen und mental etwas fordern. Im Grunde sind solche Spielzeuge wie kleine Rätsel für Hunde, die sie lösen müssen, um an ein Leckerli zu kommen. Die Spielzeuge gibt es in den verschiedensten Ausführungen und Schweregraden. Wie bereits bei den Tricks bieten sich Intelligenzspielzeuge besonders für verregnete Tage an.

Hier erfährst du mehr über Intelligenzspielzeuge und hier gibt es eine kleine Anleitung, wie du Spielzeuge selbst machen kannst.

Faulitage sind auch okay

Neben all der Auslastung ist es aber auch okay, wenn dein Hund mal nicht ausgelastet wird. Zur Ruhe zu kommen und mal nicht dran zu sein, ist für Hunde mindestens genauso wichtig, wie gut ausgelastet zu sein. Aber auch das müssen Hunde erst lernen.

Einige Hunde, die scheinbar nicht müde zu bekommen sind, haben einfach nicht gelernt, runter zu fahren und sind quasi „zu ausgelastet“. Es ist wichtig, für sich und seinen Hund ein angenehmes Mittelmaß aus Auslastung und Ruhe zu finden.

Was keine gute Auslastung ist

Zu guter Letzt möchte ich noch zwei Auslastungsarten nennen, die gang und gäbe sind, das Ziel aber aus meiner Sicht verfehlen:

Auf einer Wiese zu stehen und den Hund immer wieder seinem Ball nachjagen zu lassen, ist keine geeignete Möglichkeit, seinen Hund auszulasten. Du hast sicher schon mal den Begriff „Balljunkie“ gehört – und der Begriff ist tatsächlich passend gewählt. Denn Ballspiele können bei Hunden zu suchtartigem Verhalten führen.

Ob es sich dabei um einen Stock, eine Frisbee oder einen Ball handelt, ist komplett egal – wenn ein Hund einfach immer wieder stupide einem Objekt nachrennt, ist das keine schöne Auslastung für ihn und mit etwas Pech entwickelt dein Hund tatsächliches Suchtverhalten.

Neben dem Ballspiel finde ich es auch sehr kritisch, wenn Hunde Wildtieren nachjagen dürfen. Ich bekomme oft mit, dass Halter entspannt dabei zusehen, wie ihr Hund einem Kaninchen oder Eichhörnchen nachjagt. Dazu kommt gern der Satz „jaja, der jagt die, das macht dem so Spaß“. Ich finde nicht, dass Wildtiere zur Auslastung unserer Hunde da sind. Der Stress, den diese Tiere wegen unserer Hunde ertragen müssen, ist teils enorm. Wir sind für unsere Hunde verantwortlich und auch dafür, dass sie unsere Mitwelt nicht stören.

Klar passiert es mal, dass ein Hund einem Kaninchen nachjagt, aber es sollte eben nicht belächelt werden, sondern eher daran gearbeitet werden, dass der Rückruf auch in einem solchen Fall funktioniert.

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