Hundebegegnung im Park
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Hundeknigge: Wie man sich als Hundehalter verhalten sollte

Das Ansehen der Berliner Hundehalter ist in den letzten Jahren nicht gerade gestiegen – und ich muss leider gestehen, dass ich das zum Teil auch nachvollziehen kann. Denn von Hundekot auf den Straßen über frei rennende Hunde an vollen Badestränden bis hin zu Hunden, die einfach auf angeleinte Fremdhunde losrennen, ist mir in den letzten Jahren einiges untergekommen. Dabei könnte sich das Verhältnis zwischen Hundehaltern und ihren Mitmenschen mit etwas gegenseitiger Rücksichtnahme schnell entspannten. Zur Anregung habe ich deshalb einen kleinen Hundeknigge verfasst.

Hundeknigge für Begegnungen mit anderen Hunden

Hundebegegnungen sollten nur stattfinden, wenn beide Hundehalter damit einverstanden sind. Auch wenn dein Hund der Liebste der Welt ist, kann es sein, dass sein Gegenüber eine nicht so leichte Vergangenheit hatte und eher aggressiv oder ängstlich reagiert. Und das ist okay – ein Hund sollte bemerkbar machen dürfen, wenn er sich unwohl fühlt. Und du als Hundehalter bist dafür verantwortlich, dass dein Hund einen anderen nicht bedrängt – egal wie freundlich er dabei auch sein mag.

Dies gilt besonders, wenn du einem angeleinten Hund begegnest: Ist der andere Hund an der Leine, solltest du deinen keinesfalls einfach auf ihn zustürmen lassen. Nimm deinen Hund selbst an die Leine oder rufe ihn zu dir, sodass er auch sicher bei dir bleibt. Erst wenn beide Hundehalter dem zugestimmt haben, sollte es zum Hundekontakt kommen.

Kommt es bei einer Hundebegegnung zu deinem Konflikt, artet das Spiel aus oder fühlt sich einer der Hunde einfach unwohl, gehört es als verantwortungsvoller Hundehalter dazu, den Konflikt aufzulösen und die Hunde aus der Situation zu holen. Dein Hund wird es dir danken.

Gerade auf Hundeplätzen beobachte ich es zudem leider häufig, dass die Hunde von der Leine gelassen werden und dann einfach ihr Ding machen – oft zum Leidwesen anderer Hunde. Auch auf ausgewiesenen Freilaufflächen ist der Halter für seinen Hund verantwortlich und sollte darauf achten, dass dieser sich angemessen verhält.

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Hundeknigge für Begegnungen mit Menschen

Allgemein finde ich es wichtig, dass man rücksichtsvoll mit seiner Umgebung umgeht. Und auch wenn es nicht immer leicht ist, die Ängste anderer Menschen zu verstehen, möchte ich als Hundehalter nicht, dass sich jemand wegen meines Hundes unwohl fühlt. Deshalb leine ich Sirka immer an, wenn es die Situation erfordert.

Hierzu gehören besonders Kinderbegegnungen: Wenn Kinder einem entgegenkommen, sollte man seinen Hund grundsätzlich anleinen oder zumindest sicher zu sich rufen. Auch wenn dein Hund komplett zuverlässig ist, kann dein Gegenüber das nicht wissen. Bei Begegnungen mit Erwachsenen sehe ich das ähnlich. Allerdings finde ich auch, dass man hier der Situation entsprechend etwas entspannter reagieren kann. Kommt mir zum Beispiel ein locker laufender Mensch entgegen, der lächelt, wenn er den Hund sieht, lass ich Sirka auch einfach weiter ihr Ding machen. Kommt hingegen jemand, der mir mit seiner Körpersprache zu verstehen gibt, dass der Hund ihn verunsichert, dann rufe ich sie zu mir.

Mit der Zeit entwickelt man ein ganz gutes Gefühl dafür, wann es angebracht ist, den Hund zu sich zu holen und welche Menschen ein rumwuselnder Hund nicht stört.

Hundeknigge in der Stadt

Hundekot sollte in der Stadt immer beseitigt werden und auch wenn dein Hund anderweitig Schaden anrichtet – etwa wenn er etwas kaputtmacht – ist es deine Aufgabe dies zu beheben.

Hundebegegnungen in der Stadt sind immer mit Vorsicht zu genießen. Die Hunde können nicht richtig ausweichen und an der Leine nicht richtig reagieren, weshalb ich von Hundebegegnungen in der Stadt komplett absehe.

Zudem sollte dein Hund sich fremden Menschen gegenüber adäquat verhalten. Das heißt, dass er fremde Menschen auf der Straße nicht einfach anspringen oder anbellen sollte und auch aggressives Verhalten sollte nicht geduldet werden.

Zeigt dein Hund unerwünschtes Verhalten gegenüber Fremden, solltest du dich damit auseinandersetzen. Denn mit ein wenig Zeit kann man die meisten Verhaltensweisen gut in den Griff bekommen – hierbei lohnt es sich im Fall der Fälle, einen Hundetrainer aufzusuchen. Zwar kostet dies erstmal etwas Geld, sparrt auf lange Sicht aber eine Menge Nerven.

Hundeknigge in der Natur

Ich bin selbst ein großer Freund des Freilaufs und finde es wichtig, dass der Hund die Welt nicht nur an der Leine entdecken darf. Dennoch finde ich auch, dass man als tierlieber Menschen auch die wild-lebenden Tiere nicht vergessen sollte. Denn für Rehe, Füchse und Co. ist es mit enormem Stress verbunden, wenn sie von einem Hund gejagt werden. Und leider passiert es nicht nur ab und an mal, dass Hunde ihr Beutefangverhalten im Wald ausleben, sondern auf regelmäßiger Basis. Dass dies eine extreme Belastung für die Wildtiere darstellt, muss ich hier nicht weiter erläutern.

Deshalb: Wenn dein Hund zum Jagen neigt und er sich im Fall der Fälle nicht abrufen lässt, gehört er an Orten, an denen dir Wild begegnen kann, an die Leine. Tierliebe sollte nicht bei unseren Haustieren aufhören.

Last but not least

Jeder Hundehalter weiß, dass man bei aller Rücksichtnahme nicht immer alles richtig machen kann und gewisse Situationen auch einfach mal falsch einschätzt. In einem solchen Fall finde ich es am besten, sich freundlich zu entschuldigen und es das nächste Mal einfach besser zu machen. Das Hundehalterdasein ist ein ewiger Lernprozess, Fehler gehören dazu, aber Ignoranz gegenüber anderen hilft am Ende keinem. Denn ein ignorantes Verhalten heute kann morgen schon zu neuen Verboten und Einschränkungen führen und das ist etwas, was glaube ich, kein Hundehalter haben möchte. Etwas Bewusstsein und Achtsamkeit gegenüber seiner Umwelt kann vielen Konflikten vorbeugen und auch dabei helfen, das allgemeine Hundehalterbild in Berlin wieder zu verbessern.

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