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Reisen mit dem Hund

Wandern auf dem Oderlandweg in Brandenburg

Der Oderlandweg ist ein Rundwanderweg im Norden Brandenburgs, der vor allem über Forst- und Feldwege führt. Da der Weg mit 60 Kilometern und 3 Tagen genau meinen Vorstellungen entsprach, habe ich kurzerhand meine sieben Sachen gepackt und bin mit Sirka losgewandert. Wie wir den Oderlandweg gemeistert haben und ob der Weg auch was für dich wäre, erfährst du hier:

Der Oderlandweg

Bei dem Oderlandweg handelt es sich um einen Rundwanderweg von 60 Kilometern, der vor allem durch Wälder und über Heidelandschaften verläuft. Der Weg ist mit einem roten Punkt auf weißem Grund gekennzeichnet und sehr gut ausgeschildert – meine Karte brauchte ich kaum. Große Teile der Route führen durch Naturschutzgebiete, es gibt jedoch auch einige Abschnitte, die nicht als Schutzgebiet ausgeschrieben sind und sich deshalb für eine Übernachtung eignen.

Oderlandweg Brandenburg Fernwandern

Die Route ist allgemein recht einfach und sollte für durchschnittlich sportliche Menschen kein Problem darstellen. Die Wege sind in der Regel gut begehbar. Zwar tun am Ende des Tages die Füße doch ordentlich weh, aber ansonsten ist der Oderlandweg für Hund und Mensch gut zu meistern. Auf Wunsch kannst du die Tagesetappen natürlich auch verkürzen und an die ursprünglichen drei Tage noch den ein oder anderen Tag heranhängen.

Ob du die Tour in Falkenberg, Wriezen oder an einem komplett anderen Punkt beginnst, ist natürlich dir überlassen. Je nachdem, ob du in der Wildnis schlafen möchtest oder doch lieber mit leichterem Gepäck reist und Unterkünfte buchst, bieten sich unterschiedliche Startpunkte an. Ich habe mich dazu entschlossen, in Falkenberg zu beginnen, da es sonst schwer gewesen wäre, zwei Schlafplätze außerhalb der Schutzgebiete zu finden.

Von Falkenberg zur Wollenberger Heide

Um halb elf bin ich mit dem Bus in Falkenberg angekommen und habe mich nach kurzer Orientierungspause gleich auf den Weg gemacht. Eine kleine unscheinbare Abzweigung der Burgstraße führte mich auf die Route und direkt in den Wald. Nach wenigen Kilometern im Grünen erreichte ich schon das kleine Örtchen Cöthen, was ich trotz seiner schönen Häuser schnell hinter mir ließ, da es noch etwas früh war für meine erste Pause. Der Weg führte weiter in den Wald bis eine Abbiegung nach rechts den Beginn der Seenlandschaft einläutete. Rechts von mir befand sich nun für rund fünf Kilometer meist ein See, links von mir der Wald. Das Klima war hier sehr angenehm, da die Bäume Schatten boten und der See für eine angenehme frische Luft sorgte.

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Am Ende der Seenkette befindet sich eine kleine Badestelle – hätte ich das früher gewusst, hätte ich vielleicht meine Badesache eingepackt. Mit Hund und ohne Badesachen bin ich aber sofort weiter, ein kleines Stück entlang der Straße und dann erneut in den Wald. Immer wieder führt der Weg aber auch durch Felder und über die Heide – landschaftliche Abwechslung gibt es auf der Route zur Genüge. Bald führte der Weg dann auf eine Straße, der ich einige Kilometer gefolgt bin und die mich durch die Ortschaften Wölsickendorf und Wollenberg führte. Hinter Wollenberg bin ich noch ein oder zwei Kilometer in den Wald gelaufen, bevor ich meinen Schlafplatz für die Nacht gefunden hatte. Eine kleine Wiese im Wald schien mir sehr einladend, weshalb ich meine erste Etappe spontan bereits nach 18 anstelle von 20 Kilometern beendete. Hier habe ich dann mein Zelt aufgeschlagen und das erste Mal ganz allein in der Natur übernachtet.

Von der Wollenberger Heide nach Wriezen

Nachdem ich die erste Nacht immerhin einige Stunden geschlafen hatte, wurde ich bereits um sechs Uhr von der Sonne geweckt. Etwas zerknirscht packte ich das Zelt zusammen, gab Sirka etwas Futter und frühstückte Haferflocken mit Nüssen und Cranberrys – ich bin immer wieder überrascht wie lecker dieses einfach Rezept schmeckt, wenn man wandern ist. Nachdem ich gegessen hatte, ging es gegen acht mit gepacktem Rucksack weiter. Die erste Hälfte der zweiten Tagesetappe führte mich fast ausschließlich durch den Wald. Erst ab der Ortschaft Sonnenburg wurde die Landschaft wieder etwas weiter und führte an Feldern und Wiesen vorbei.

Leider bekam ich hier einen Anruf, dass ich nun doch am nächste Tag arbeiten müsse – meine 3-Tages-Tour musste ich also spontan nach zwei Tagen abbrechen. Ich bog also vom Wanderweg ab ich Richtung Wriezen, wo ich meinen zweiten Tag nach 21 Kilometern beendete. Aber ich bin mir ziemlich sicher, für die letzte Etappe zwischen Wriezen und Falkenberg noch einmal zurückzukehren. Dann eben als Tagestour und ohne schweres Gepäck.

Im September bin ich den Rest des Oderlandweges gelaufen. Was ich dort erlebt habe, erfährst du in diesem Artikel.

Der Oderlandweg mit Hund?

Ich finde, dass sich der Oderlandweg sehr gut eignet, um mit dem eigenen Hund wandern zu gehen. Da der Weg zu großen Teilen durch Wälder führt, ist dein Hund hier vor starkem Sonnenschein geschützt. Dennoch gibt es auch größere Abschnitte, die keinen Sonnenschutz bieten, weshalb ich mit meiner Hündin im Hochsommer auf eine Wanderung über den Oderlandweg verzichten würde. Außerhalb der Ortschaften und des Badestrandes bin ich zudem nahezu keiner Menschenseele begegnet und wenn doch hatte ich nicht das Gefühl, dass Sirka hier irgendwen stört. 

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Einen Nachteil hat die Route: Es gibt unglaublich viele Zecken. Allein am zweiten Tag habe ich Sirka von über 20 Zecken befreit, die an ihrem Fell hochgeklettert sind. Wann immer ich sie gestreichelt habe, ist mir wieder eine kleine Zecke aufgefallen, die sich ihren Weg durch Sirkas Fell bahnen wollte. Und auch die kommenden Tage habe ich immer wieder eines der Spinnentiere bei ihr gefunden.

Warum Brandenburg?

Als Berliner hat Brandenburg den Vorteil, sehr unkompliziert und innerhalb kürzester Zeit erreichbar zu sein. Gerade für kürzere Touren bietet sich das direkte Umland Berlins an. Und nach Falkenberg (Mark) habe ich mit der Bahn lediglich rund zwei Stunden gebraucht.

Ein weiterer Vorteil Brandenburgs ist, dass wildcampen hier – im Gegensatz zu vielen anderen Bundesländern – unter gewissen Voraussetzungen erlaubt ist. Genau genommen heißt es in § 44 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes: „Fuß-, Rad-, Reit- und Wasserwanderer dürfen abseits von Zelt- und Campingplätzen für eine Nacht Zelte aufstellen, wenn sie privatrechtlich dazu befugt sind und keine besonderen Schutzvorschriften entgegenstehen.“ Als Wanderer bist du also dazu berechtigt, dein Zelt für eine Nacht aufzuschlagen, solange du dich nicht in einem Schutzgebiet oder auf privatem Grund befindest.

Da nicht immer ersichtlich ist, ob du dich in einem Naturschutzgebiet befindest, solltest du dich vor deiner Wanderung informieren. Das Bundesamt für Naturschutz hat eine Website erstellt, auf der du unkompliziert herausfinden kannst, bei welchen Bereichen es sich um Natur-, Landschafts- oder andere Schutzgebiete handelt.

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